Die Bewusstwerdung der Menschheit oder die Rückkehr ins Paradies

Die Bewusstwerdung der Menschheit oder die Rückkehr ins Paradies

Eine Horde von Affen lebt in einer wüstenartigen Landschaft in Afrika. Zusammengekauert verbringen sie die Nacht. Als sie aufwachen, erblicken sie einen geheimnisvollen schwarzen Monolithen. Ängstlich, aber auch neugierig, laufen sie um ihn herum. Einige Mutige berühren ihn. Es passiert weiter nichts, der Monolith bleibt stumm.

In der nächsten Szene kauert ein Affe vor einem ausgebleichten Skelett eines Tieres. Da kommt ihm eine Idee, er ergreift einen großen Knochen aus dem Skelett und haut mit ihm erst zaghaft, dann immer stärker, auf den Knochenhaufen ein. Zuletzt zerschlägt er mit einem mächtigen Schlag den Schädel des Skeletts. Diese Entdeckung nutzt er sogleich, um mit dem Knochen ein Tier zu erlegen, an dem sich die Horde sattessen kann. In der nächsten Szene wird ein lebenspendendes Wasserloch von einer Horde anderer Affen besetzt. Um auch an das Wasser zu gelangen, benutzt der Affe von eben sein neuentdecktes Werkzeug und schlägt auf den Kopf eines der feindlichen Affen ein. Das Opfer geht zu Boden und seine Horde zieht sich zurück. Das Wasserloch ist erfolgreich erobert.

Wer sich für Science Fiction interessiert, hat den Kinofilm, aus dem diese Szenen stammen, sicherlich schon erkannt: Es ist der Klassiker aller Klassiker „2001: Odyssee im Weltraum“ von Stanley Kubrick aus dem Jahre 1968. Diese Anfangsszenen des Films sind betitelt mit „The Dawn of Man“ – zu Deutsch: die Morgendämmerung oder der Aufbruch der Menschheit. Der Monolith stellt eine außerirdische Technologie dar. Es wird nicht erklärt, woher er kommt oder wer seine Erbauer sind. In dem ganzen Film kommen keine Außerirdischen vor.

Man erahnt aber dessen Wirkung und damit auch die Aufgabe des Monolithen: bei den Affen eine Bewusstseinsveränderung hin zum Menschen zu bewirken. Aus dem Affen wird der erste Mensch, der ein Werkzeug nutzt, um einen Vorteil zu erhalten in dem mühsamen Kampf des Überlebens. Damit erfindet er nicht nur das Werkzeug, sondern es wird gleichzeitig auch als Waffe eingesetzt. Für mich zeigt sich hier auch die Entstehung eines „Ich“, dass sich abgrenzt zu seiner Umwelt, welches sich selbst erhöht gegenüber anderen Wesen seiner Spezies, also der anderen Horde von Affen. Mit dem Werkzeug in der Hand muss der Affe auch aufrecht gehen, denn anders kann es nicht transportieren.

Mit dem Knochen als Waffe, hört er auch auf, sich passiv zu verhalten und nur auf seine äußeren Lebensumstände zu reagieren. Er wird aktiv, er erkennt seine Macht und weiß sie zu nutzen. Man könnte dies auch als einen ersten Schritt aus dem Paradies bezeichnen, denn als Mensch beginnt er nun sein Schicksal selbst zu steuern. Alles, was seitdem geschehen ist, jede neue Erfindung, wie das Rad, das Schwert, das Gewehr oder die Atombombe, ist eigentlich nur eine Folge dieser Bewusstseinsveränderung vor vielen Millionen Jahren.

Der Einfluss des fremden Monolithen in dem Film ist Fiktion. Wie diese Bewusstwerdung in Wirklichkeit ablief, weiß man nicht. Die Wissenschaft vermag dies auch nicht wirklich zu erklären. Schon in der Frühzeit wurde diese Frage mit einem Schöpfungswesen oder einem Schöpfergott beantwortet, der nicht nur die Erde, sondern auch den Menschen schuf. Für mich ist es auch nicht entscheidend, ob der Einfluss von einer göttlichen Macht oder, wie auch in der Präastronautik beschrieben, von Außerirdischen kam. Im Endeffekt macht dies kein Unterschied, denn die Außerirdischen würden für mich im Sinne eines Schöpfergottes handeln.

Die Beeinflussung des evolutionären Prozesses des Lebens auf der Erde durch den Monolithen wird in dem Film nicht bewertet. Wir erfahren nicht, ob sie als Gut oder als Böse betrachtet wird. Ich halte es auch für nicht sinnvoll die Entwicklung der Menschheit auf diese Weise zu bewerten. Es ist zwar Fakt, dass sie im Laufe ihrer Geschichte immer stärkere Waffen entwickelt hat, um damit immer mehr Menschen zu töten. Auch ermöglichen ihre modernen Werkzeuge immer stärkeren Raubbau und Zerstörung an der Natur.

Die Frage nach dem Gut und Böse dieser Entwicklung zu stellen ist für mich gleichbedeutend mit der Rolle von Luzifer, dem gefallenen Engel. Hat Gott es gewollt oder bejaht, dass Luzifer aus den himmlischen Reichen herabfiel und die Menschheit versuchte? Wenn es nicht der Fall wäre, warum hat er dann nichts dagegen getan? Und wenn es zu seinem Plan für eine Entwicklung der Menschheit gehörte, so wäre es ja nichts Schlechtes, sondern birgt in sich einen Sinn.

Stellt sich nur die Frage, ob diese Sinnsuche so wertvoll ist, dass Gott oder die höhere Schöpfung dafür in Kauf nehmen, dass die Menschheit die Möglichkeit hat, sich selbst und den Planeten vollständig zu zerstören? Vielleicht wird die Menschheit auch bewusst an diesen gefährlichen Punkt ihrer Entwicklung geführt, weil der nächste Evolutionsschritt nur auf dem Höhepunkt des menschlichen Zerstörungspotentials geschehen kann. Vielleicht vermag der Mensch nur im Angesicht dieser Gefahr erkennen, was er erschaffen hat. Er erkennt seine Macht, was er mit dieser Macht bewirken kann und erkennt damit auch seine Verantwortung gegenüber sich selber und der irdischen Schöpfung.

Vom Neugeborenen zum Erwachsenen

Leben bedeutet immer Entwicklung hin zu mehr Bewusstheit. Dies lässt sich auch an unserem eigenen Leben erkennen. Wenn wir geboren werden, sind wir erst einmal sehr unbewusst. Wir nehmen zwar wahr, was um uns herum geschieht, nehmen auch die Gefühle unserer Eltern und anderer Nächsten wahr, doch geschieht dies nicht bewusst und deshalb auch ohne Möglichkeit, das Wahrgenommene einzuordnen und zu verarbeiten.

Wir sind uns nicht bewusst, wer hier etwas sieht, wer reagiert oder wer die Gefühle unserer Mitmenschen wahrnimmt. Das geschieht erst mit ca. drei Jahren, wenn wir ein „Ich“ entwickeln. Dann nimmt dieses Ich die Umwelt wahr und mit ihm vermögen wir klar zu äußern, was wir haben wollen oder was nicht. Ein „Ich“ zu entwickeln bedeutet aber auch gleichzeitig das Entstehen eines Ego, das Erwartungen hat und sich verletzt fühlt, wenn diese nicht erfüllt werden. Ein Ich, das die Aufmerksamkeit und die Anerkennung haben möchte und frustriert, wütend oder beleidigend reagiert, wenn es diese nicht erhält.

In der Zeit der Pubertät entwickeln wir zudem eine Persönlichkeit. In dem wir uns von unserer Umwelt abgrenzen, versuchen wir herauszufinden, was uns als Individuum ausmacht. Es ist auch der Versuch zu erfahren, was uns gefällt oder was wir nicht mögen, was unsere Fähigkeiten und unsere Stärken oder Schwächen sind. Haben wir dies gefunden, versuchen wir es in unser Leben zu integrieren. Wir schließen Freundschaften mit Menschen, welche die gleichen Interessen nachgehen und erlernen einen Beruf, der uns hoffentlich Freude macht. Denn, mit diesem Beruf müssen wir dann auch unseren Lebensunterhalt verdienen.

Diese Entwicklung lässt sich nicht aufhalten, noch nicht einmal wirklich verzögern. Wenn wir uns weigern erwachsen zu werden, dann werden wir nur verstärkt Krisen erfahren und das Leben wird für uns dadurch noch komplizierter, als es so schon wäre. Vielleicht kennt Ihr das auch, dass Ihr mal an einem Punkt ward, wo Ihr Euch fragtet, ob man nicht weiterhin hätte Kind bleiben können? Denn damals war das Leben so viel einfacher. Doch das geht leider nicht. Die Veränderungen kommen unweigerlich, ohne dass es von irgendjemanden beeinflusst werden kann, weder durch uns selber noch durch unsere Eltern. Es steckt uns quasi schon in den Genen.

Erwachsen werden bedeutet, uns bewusst zu sein, dass wir eine Verantwortung für uns haben und diese Verantwortung auch anzunehmen. Das heißt konkret, dass wir aufhören etwas zu tun, nur weil wir es im Prinzip tun könnten. Stattdessen entscheiden wir uns dafür, nur noch die Dinge zu tun, zu denen wir vollkommen „Ja“ sagen können und die auch konstruktiv für unsere Umwelt sind. Damit lassen wir alles sein, was unseren Mitmenschen oder anderen Mitgeschöpfen schaden zufügt.

Erwachsen zu werden ist für mich auch nicht das Erreichen eines bestimmten Zustands und danach würde nichts mehr Neues kommen, denn es geht das ganze Leben so weiter. Ob mit 30, mit 40 oder mit 50 Jahren, immer gibt es in unserem Leben weitere Schritte hin zu noch mehr Erwachsen sein, Schritte zu noch mehr Bewusstheit. Jedenfalls sollte es so sein. Es mag natürlich Menschen geben, die mit 40 Jahren immer noch nicht wirklich erwachsen geworden sind und sich immer noch wie große Kinder verhalten und ständig wütend, frustriert und unzufrieden über sich und das eigene Leben reagieren. Doch dann bekommen sie durch die sogenannte Midlife-Krise weitere Gelegenheiten, sich weiterzuentwickeln.

Umgang mit Veränderungen im Leben

Erwachsen geworden zu sein zeigt sich für mich u.a. darin, wenn man ruhiger geworden ist, nicht mehr alles und jedes „haben“ muss, gelernt hat, mit seinen eignen Emotionen umzugehen, gesetzter ist – sich aber auch gleichzeitig eine kindliche Freude für alles Neue bewahrt hat und das Leben genießen kann. Es geschieht, wenn wir diese Wandlungen in unserem Leben annehmen, wenn wir akzeptieren, dass das Leben Veränderung ist. Viele Menschen haben allerdings Angst davor, wenn sich etwas in ihrem Leben verändert. Denn das bedeutet, sich auf etwas Neues einstellen zu müssen, bisher Liebgewonnenes aufzugeben, loszulassen und sich einem unbekannten und vielleicht erst einmal fremd anfühlenden neuen Leben zu öffnen.

Das kann eine neue Partnerschaft sein, eine neue berufliche Herausforderung, das kann ein Auszug aus einer liebgewonnenen Wohnung vielleicht hin in eine neue Umgebung sein. Da ist sicherlich auch eine Angst dabei, dass es uns in dem neuen Leben vielleicht nicht mehr so gut geht, wie bisher. Dass wir Angst davor haben, einen derzeitigen Status-Quo zu verlieren oder eine Bequemlichkeit entwickelt haben, die wir nicht aufgeben möchten.

Doch gerade dann, wenn wir an unserem bisherigen Leben festhalten und Angst davor haben, uns zu verändern, genau dann erleben wir diese Situationen und genau dann sind wir gefordert, etwas zu verändern. Denn, wie schon gesagt: das Leben will Veränderung im Sinne von Erweiterung des Bewusstseins. Dadurch erfährt sich das Leben oder die Schöpfung durch sich selbst und erkennt sich selbst immer umfassender und ganzheitlicher.

Nehmen wir diese Veränderung in unserem Leben an, werden wir auch belohnt, in dem sie uns auf eine Weise bereichert, wie wir es uns bis dahin nicht vorstellen konnten. Deshalb tut es gut, mutig zu sein und diese Veränderungen anzunehmen. Die Konfrontation mit der Angst vor dem Neuen oder vor dem Fremden ist für mich auch der Weg zu mehr Vertrauen. Dazu möge man sich den eigenen Ängsten stellen. Das dadurch gewonnene Vertrauen ist die Belohnung dafür.

In dem wir unsere Ängste überwinden und zu mehr Vertrauen finden, werden wir bewusster. Meine These ist auch, dass der einzige Weg zu mehr Bewusstheit jener ist, die Aspekte von uns zu integrieren, die wir bisher in uns verdrängt haben. Nehmen wir unsere Ängste an und erlösen sie, dann erkennen wir, dass wir zu noch mehr fähig sind, als wir bisher annahmen. Sollten wir es aber nicht schaffen, uns unseren Ängsten zu stellen oder bisher verdrängte Bewusstseinsanteile wieder zu integrieren, entwickeln wir uns auch nicht weiter. In diesen Fällen, wird uns das Leben oder die Schöpfung immer wieder genau auf die wunden und bisher noch nicht bewusst gemachten Punkte in uns aufmerksam machen.

Wohin führt unsere Bewusstwerdung?

Dazu möchte ich erzählen, wie die Handlung in dem Kinofilm „2001 – Odyssee im Weltraum“ weitergeht. Die Geschichte wechselt in das Jahr 1999, als auf dem Mond der gleiche Monolith gefunden wird, der in der Frühzeit der Menschheit zu sehen war. Der Stein beginnt plötzlich ein Signal in Richtung des Planeten Jupiter zu senden, weshalb zwei Jahre später (also im Jahr 2001) im Geheimen ein Raumschiff dorthin auf dem Weg gebracht wird. Die Besatzung hat die Aufgabe herauszufinden, wer diese Botschaft empfangen hat und mit ihnen, die sicherlich auch den Monolithen schufen, Kontakt aufzunehmen.

Als sich das Raumschiff dem Planeten nähert, verhält sich dessen mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Computersystem HAL 9000 psychotisch und tötet alle Besatzungsmitglieder bis auf einen, genannt Dave Bowman. Beim Jupiter angekommen, sieht dieser einen weiteren Monolithen im Raum schweben und nimmt sich eine Raumkapsel, um ihn näher zu untersuchen. Der Monolith führt ihn durch einen Lichtkanal in eine andere Welt, vielleicht sogar in eine andere Dimension. Dort sieht er sich selber als alternder Mann in einem luxuriös eingerichteten Zimmer leben. Als sein Körper später im Sterben liegt, taucht in dem Raum wieder der Monolith auf. Danach verwandelt sich Bowman in einen im Licht erstrahlenden Embryo in einer Lichtblase schwebend. Am Schluss des Films wird die Erde aus dem Weltraum gezeigt mit dem neugeborenen Bowman, der die Erde anschaut.

Die Deutung dieses Endes ist vom Regisseur Stanley Kubrick völlig offen gelassen worden. Er überließ es dem Publikum hierüber zu spekulieren und machte den Film dadurch zu dem einzigartigen Dokument über das noch heute, nach über 50 Jahren, immer noch diskutiert wird. Meine persönliche Interpretation sieht so aus: Die außerirdische Macht, welche die Menschheit in der Frühzeit gefördert hat, holt Dave Bowman zu sich und lässt ihn beschleunigt seinen irdischen Lebenszyklus durchlaufen. Mit dem Tod erfährt er eine Transformation in ein höheres Bewusstsein. Als geistiges Wesen oder gar als Sternenkind begibt er sich zurück zur Erde, um dort den Samen für das Erwachen der Menschheit zu setzen.

Diese Transformation ist das nächste evolutionäre Ziel der Menschheit. Als Bowman die Erde verlässt, herrscht dort der kalte Krieg der 60er Jahre zwischen den USA und der Sowjetunion. Man erfährt nur, dass der Monolith von den Amerikanern gefunden und seine Existenz vor den Sowjets strickt geheim halten wird. Die beiden Großmächte vertrauen einander also nicht, was ja Anfang der 60er Jahre in der Kubakrise beinahe zu einem Atomkrieg geführt hätte. Diese Situation machte damals jedem deutlich, dass die Menschheit an einem Punkt angekommen ist, an dem sie sich selbst vernichten kann.

Der Mensch hat aber vor vielen Millionen Jahre nicht nur gelernt, wie er sich Werkzeuge schafft, um in der Natur besser zu überleben, sondern auch erkannt, wie er sie als Waffen nutzen kann, um sich gegenseitig zu bekämpfen. Deshalb ist die Verwendung von Atomwaffen die Folge einer Entwicklung, die mit der Benutzung des Knochens als Schlagwerkzeug begann. Doch hat der Mensch seit dem nicht verstanden, wie er die Konflikte innerhalb seiner Spezies auf friedfertige Weise zu lösen vermag.

Der erwachte Bowman schaut zuerst mitfühlend zur Erde, danach dreht er sein Gesicht nach vorn und schaut den Betrachter des Films direkt an. Es scheint, als ob er zwinkern würde und damit ausdrücken möchte: jeder von uns ist ein Teil der Menschheit und es liegt an jeden vom uns, ob wir lernen, uns zu vertrauen und friedlich miteinander umgehen oder ob wir weiterhin Misstrauen hegen, Geheimnisse voreinander haben und uns gegenseitig mit immer gefährlicheren Waffen einzuschüchtern versuchen.

Die Geheimhaltung ist auch die Ursache, warum der hochintelligente Computer HAL 9000 psychotisch geworden ist. Der Existenz des Monolithen und die Reise zum Jupiter wurden auf der Erde strengstens geheim gehalten. Deshalb waren die Astronauten über die wahren Hintergründe des Flugs nicht informiert. Nur HAL wusste davon, durfte ihnen aber nichts sagen. Als sie sich allerdings ihrem Ziel näherten, entstand für den Computer ein Konflikt. Er hatte seine Geheimhaltungsbefehle und gleichzeitig würden die Astronauten nun die Wahrheit erfahren. HAL vermag den Konflikt nur dadurch zu lösen, dass er die Besatzungsmitglieder zu töten versucht. So lässt sich daran auch erkennen, dass die Menschen viel besser miteinander leben würden, wenn sie zueinander offener sind und sich mehr vertrauen.

Der Prozess der Bewusstwerdung

Für mich gibt es drei grundsätzliche Phasen im menschlichen Bewusstwerdungsprozess. Dieser kann sowohl im Entwicklungsprozess eines menschlichen Individuums, wie auch bei der Menschheit als Ganzes betrachtet werden. Diese Phasen sind:

1. Unbewusstheit
Ein Leben in der Unbewusstheit. Es gibt kein Ego, kein Ich, nur ein Kollektiv. Der Mensch lebt dafür in der Einheit mit seiner Umwelt und der Natur.

2. Bewusstwerdung
Dann tritt ein Ereignis ein, dass den Menschen zu einem bewussten Individuum macht. Es entsteht das „Ich“. Mit diesem Schritt treten wir aus der Einheit heraus und erleben uns als getrennt von anderen Mitmenschen und von der Natur. Dies verursacht Leid und erschafft Emotionen, wie Einsamkeit, Ohnmacht und Hilflosigkeit. Aus dem Leid heraus entwickeln wir ein Ego und bekämpfen uns mit ihm gegenseitig. Diese Phase kann auch in verschiedene Unterphasen eingeteilt werden, soll aber in dieser Form erst einmal genügen.

3. Erwachen
Wir erkennen, dass nicht unsere Umwelt Schuld an unserem Leid ist, sondern, dass die Ursache in uns selber liegt. Wir finden wieder zurück in die Einheit, heilen alle Verletzungen, die sich aus dem Bewusstsein der Getrenntheit ergeben haben und lassen unser Ego los.

Diese Rückkehr in die Einheit oder mythisch gesehen die Rückkehr ins Paradies, erfolgt allerdings in einem bewussteren Zustand. Wir sind nicht mehr jene sich selbst unbewusste Wesen, die wir noch vor dem Verlassen der Einheit oder vor dem Fall aus dem Paradies waren, sondern wir begeben uns dorthin zurück auf einer höheren Ebene des umfassenderen Erkennens. Dieses Erkennen ist das Ziel des ganzen Entwicklungsweges. Es kann nicht in der Einheit mit der Quelle oder im Paradies geschehen, sondern wir erlangen dies nur in dem Bewusstsein der Getrenntheit, in der Dualität. Dieser Schritt aus der Einheit mit all ihrem Leiden ist somit der notwendige Weg, um uns selber erkennen zu können.

So wie ein Kind im Alter von ca. 3 Jahren sein „Ich“ entwickelt, sich in der Pubertät von seiner Umwelt abgrenzt, um dann am Ende dieser Phase zu erfahren, wer es ist, so entwickelte auch die Menschheit vor Millionen von Jahren ihr „Ich“ für ihren kollektiven Entwicklungsweg. Was wir seit ca. 5000 Jahren in dem Zeitraum, den wir Geschichte nennen, erleben, ist für mich die pubertäre Phase der Menschheit. Sie steuert aktuell auf einem Höhepunkt zu, der notwendig ist, um durch ihn zu lernen, erwachsen zu werden und Verantwortung für unser Dasein auf der Erde zu übernehmen.

Dazu sollte sich die Menschheit bewusst sein, dass sie nicht alles tun darf, was für sie technisch oder wirtschaftlich möglich ist. Deshalb gilt es bei jeder Erfindung oder Entdeckung zu prüfen, ob ihre Anwendung dem höchsten Wohle des Ganzen dient, also zum Wohle aller Menschen, aller Tiere, der Natur, der Erde und der universalen Schöpfung ist. Das entspricht der Diskussion, die beispielsweise durch Albert Einstein und andere Wissenschaftler nach dem Abwurf der beiden Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki angestoßen wurde.

Einstein, der den Bau der Atombombe in einem Schreiben an den US-Präsidenten Roosevelt 1939 noch unterstützte, weil er fürchtete, die Deutschen würden bereits an ihr bauen, bereute anschließend diese Tat und widmete sich seitdem der Rüstungskontrolle und dem Weltfrieden. Vor der gleichen Entscheidung stehen wir heute zum Beispiel mit der Gen-Technologie, mit der wir in der Lage wären, Embryonen zu designen oder gar zu klonen. spannende Frage dazu wäre: lernt die Menschheit, verantwortungsbewusst mit dieser Technologie umzugehen?

Zum Bewusstwerdungsprozess der Menschheit gehört es auch, dass sie erkennt, woher sie kommt und welches ihre Aufgabe auf diesem Planeten ist. Und so wie das Erwachsen werden ein natürlicher Prozess beim Menschen ist, so ist es auch bei der Menschheit als Ganzes. Damit gilt auch hier: alles wird anders, aber auch: alles hat seinen Sinn und wir sind göttlich geführt, weshalb letztendlich alles gut wird.

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